Das medizinische Kompressionsmieder – für ein optimales Operationsergebnis

Kompressionsmieder nötig nach Brust OP

Plastische Operationen sind große Eingriffe in den Körper, von denen sich selbiger ausreichend erholen muss. Damit es im Zuge der Nachsorge zum gewünschten Ergebnis kommt und keine Komplikationen entstehen, wird das Tragen von Kompressionsbekleidung (Kompressionsmieder) dringlichst empfohlen.

Was ist ein Kompressionsmieder?

Ein Kompressionsmieder ist stützende Unterwäsche und bietet auf medizinischer Basis einen deutlichen Mehrwert. Eines zu tragen ist nach die Körperformung betreffenden ästhetisch-plastischen Operationen (wie z.B. die Brustvergrößerung oder die Fettabsaugung München) sinnvoll. Hinsichtlich der vielfältigen Einsatzbereiche gibt es Kompressionsmieder für Kopf, Brust, Bauch, Arme, Beine, Hüften und das Gesäß.

Ein Kompressionsmieder:

  • lindert Schmerzen und reduziert Schwellungen
  • beschleunigt den Wundheilungsprozess
  • schützt das Operationsgebiet
  • verringert eine übermäßige Narbenbildung
  • stabilisiert neue Körperkonturen und Implantate
  • senkt das Risiko von Infektionen und Blutergüssen

Selbstverständlich werden alle Faktoren, welche das Tragen der Kompressionsbekleidung betreffen (z.B. Tragedauer), vor und nach der Operation ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Die Wirkungsweise

Die Kompressionswäsche umschließt den hochempfindlichen operierten Bereich mit einem sanften Druck. Dadurch kann das Kompressionsmieder einen festen Halt gewährleisten und fungiert als zusätzlicher Schutzmantel.

Für ein optimales ästhetisches Ergebnis muss das Gewebe durch die Kompressionswäsche einem bestimmten Anpressdruck ausgesetzt sein. Dieser bemisst sich an dem sogenannten „hydrostatisch venösen Druck“. Der hydrostatische Druck (auch Gravitationsdruck oder Schweredruck) ist der natürliche Druck, der sich innerhalb einer ruhenden Flüssigkeit oder eines ruhenden Gases durch den Einfluss der Gravitation einstellt. In der Regel übt ein Kompressionsmieder einen Druck von 23 – 32 mmHg aus, was der Kompressionsklasse 2 entspricht. Dieser Druck gilt medizinisch gesehen als optimal.

Wirkung beim Fettabsaugen
Nach dem Eingriff entsteht eine Wundhöhle im operierten Bereich. Darin lagern sich Fett- und Entzündungszellen sowie Blut an. Das Kompressionsmieder kann diese Flüssigkeiten aus der Wundhöhle drücken. Das ermöglicht ein optimales Zusammenwachsen der Hautschichten in die gewünschten Proportionen. Ohne Kompressionsmieder würden sich die Flüssigkeiten ungleichmäßig absetzen. Das kann beim Zusammenwachsen der Hautschichten Dellen, Falten oder Verwachsungen zur Folge haben.

Wirkung bei Brustvergrößerung mit Silikonimplantaten
Das Bindegewebe wächst nach und nach in die Implantatoberfläche ein. Der Kompressions BH (Link Blogbeitrag) sorgt dafür, dass die Implantate dabei nicht verrutschen und gewährleistet so ein symmetrisches Ergebnis. Wenn Sie kein Kompressionsmieder tragen, kann es durchaus vorkommen, dass eine Brust tiefer hängt als die andere. Das Risiko ist bei der Implantat-Lage unter dem Brustmuskel sogar noch höher.

Art der Anwendung

In der Regel legt Ihr Arzt das Kompressionsmieder direkt nach dem Eingriff an. In manchen Fällen kommt zuerst ein Kompressionsverband zum Einsatz, welcher nach einigen Tagen durch das Kompressionsmieder ersetzt wird.

Das Kompressionsmieder sollte unbedingt vom Arzt angelegt werden. Bitte stellen Sie nicht selbst das Mieder enger oder weiter. Das kann die Wundheilung sowie das Operationsergebnis beeinträchtigen. Sollte das Kompressionsmieder wirklich zu eng sitzen und Schmerzen verursachen, sprechen Sie nochmal mit Ihrem Arzt.

Die Tragedauer der Kompressionsbekleidung hängt vom Eingriff ab und kann zwischen 2 und 6 Wochen betragen. Nur so kann ein optimales Operationsergebnis gewährleistet werden.

Welche Eigenschaften sollte ein gutes Kompressionsmieder aufweisen?

  • Passgenauigkeit
  • sanfter Tragekomfort
  • hochwertiges Material
  • ausreichend Bewegungsfreiheit
  • Klettverschluss, statt ein auf die Wunden drückender Reißverschluss
  • antibakterielle Eigenschaften, die schlechte Gerüche vermeiden

Das richtige Material

Für Kompressionswäsche hat sich in den letzten Jahren eine Kombination aus 49% Lycrasoft Elastan/Spandex und 51% Tactel Nylon bewährt. Das macht das Kompressionsmieder dehnbar und besonders anpassungsfähig.

Kompressionswäsche reinigen

Ein hygienisch reines Kompressionsmieder ist ausschlaggebend für einen problemlosen Heilungsprozess. Außerdem erhält das Waschen die Elastizität des Stoffes. Da die Kompressionswäsche zu Beginn ununterbrochen getragen werden muss, sollten Sie sich Exemplare zum Wechseln anschaffen. Halten Sie hier Rücksprache mit Ihrem Arzt, damit Sie die richtigen Modelle wählen und diese richtig anlegen.

Weitere wichtige Nachsorge-Maßnahmen

Damit die Kompressionswäsche Ihren Zweck erfüllt, ist Schonung besonders wichtig. Nur so kann der Wundheilungsprozess problemlos verlaufen. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Sport sind mindestens für die Tragedauer der Kompressionsbekleidung zu vermeiden. Wie lange Sie sich schonen sollten, erfahren Sie von Ihrem Chirurgen. Je nach Eingriff sollten Sie die operierten Bereiche zusätzlich kühlen. Achten Sie im Sommer auf ausreichend Sonnenschutz. Cremen Sie die behandelten Areale mit Sonnenschutzmittel ein, die einen hohen Lichtschutzfaktor besitzen und bedecken Sie die Stellen zusätzlich.

Bringt das Kompressionsmieder Nachteile mit sich?

Nein, das Kompressionsmieder hat an sich keine Nachteile. Es können lediglich welche entstehen, wenn die Patientin das Mieder von sich aus anders einstellt oder falsche Mieder zum Wechseln kauft. Wenn die Materialzusammensetzung ungünstig gewählt ist, können zudem allergische Reaktionen auftreten. Deswegen ist ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Chirurgen wichtig. Bei unbekannten Allergien, die mit dem Tragen auftreten, wird das Kompressionsmieder vom Arzt ausgetauscht.

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